Am Ende des Tages, der für uns in Napier begonnen hatte, uns über Norsewood und Palmerston North weiter in den Süden geführt hatte, waren wir am Tagesziel eingetroffen.

Wellington.

Die Hauptstadt Neuseelands, und der letzte Ort auf der Nordinsel auf unserer Reise.

Unser Hotel zu finden war erst einmal ein bisschen herausfordernd, da sich unser Hotel in einer unscheinbaren Seitenstraße befand, die auch nur aus einer Richtung zu erreichen war. Also sind wir noch einmal eine Bonunsrunde um den ganzen Block gefahren und haben dann vor dem Hotel halten können. Wirklich einladend war das Ganze nicht, auf dem kleinen Hof vor dem Hotel hingen zahlreiche Hinweise darauf, dass es sich um Privatparkplätze handeln würde und man nicht einmal daran denken sollte, hier zu parken.

Also haben wir erst einmal unser gesammeltes Gepäck ausgeladen, dann hat Sabrina damit im Eingang zum Hotel gewartet. Eine Rezeption gab es nicht, fürs Zimmer hatten wir vorab einen Code bekommen. Ich hab dann erst einmal das Auto weggefahren, auf der Rückseite der benachbarten Gebäude einen großen Parkplatz gefunden den man online bezahlen konnte, dann gemerkt, dass es zum Hotel praktischerweise einen direkten Durchgang gibt mit dem ich in wenigen Minuten zurück beim Eingang war.

Da es schon etwas später geworden war haben wir uns nur noch ein Restaurant gesucht – ein indisches Restaurant in der unweit vom Hotel befindlichen Fußgängerzone wurde es dann.

Nach ein paar Stunden Schlaf ging es für uns raus in die Stadt – wirklich viel Zeit bleibt uns nicht, morgen gehts nämlich schon weiter.

Wir waren kaum aus der Tür raus, da fiel uns schon etwas interessantes auf: direkt neben dem Hotel befindet sich eine Schokoladen-Manufaktur 😁 Einerseits konnte man zusehen, wie Schokolade hergestellt wird, andererseits natürlich auch welche kaufen. Und im Gegensatz zur Schokolade, die wir außerhalb von Napier probiert (und dann nicht gekauft) hatten, haben wir hier dann doch was mitgenommen.

Fast direkt gegenüber vom Hotel befindet sich das Opera House von Wellington – ein Opernhaus (wie der Name schon irgendwie andeutet) und Theater. Die oben am Gebäude an gebrachte Jahreszahl 1913 war dann tatsächlich mehr Wunsch als Realität: der Bau begann 1911, die Eröffnung sollte am „Boxing Day“ – also dem 26. Dezember – im Jahr 1913 stattfinden.

Es wurde der 12. April 1914 – Ostersamstag.

Weiter ging es in Richtung Innenstadt – unter Anderem vorbei an einigen Beispielen für wirklich schöne, alte, Architektur – wie dem alten Gebäude der Bank of New Zealand, der 1883 bis 1904 erbauten Old Bank Arcade sowie dem Public Trust Building. Im nahen Midland Park befindet sich die Statue „Woman of Words“, welche die neuseeländische Schrittstellerin Katherine Mansfield zeigt, welche im frühen 20. Jahrhundert in der Nähe von Wellington aufgewachsen ist, bevor sie zum Studium und für ihr weiteres Wirken nach Europa ging.

Unser eigentliches Ziel war die Station vom Wellington Cable Car – da wir auf den Berg hinauffahren wollten, um die Aussicht auf Wellington genießen zu können. Die Station war nur tatsächlich so gut versteckt, dass wir erst einmal dran vorbei gelaufen sind. Als uns dann klar wurde, dass wir sie verpasst hatten, haben wir auf dem Rückweg wiederum einige Hinweisschilder gesehen – das hat das Auffinden dann doch deutlich vereinfacht 😊

Nachdem wir Karten gekauft hatten ging es recht bald bergauf, durch mehrere mit LEDs bunt beleuchtete Tunnel, bis zur Bergstation. Von hier aus starten einige Wanderwege, durch Gärten sowie zu einem Observatorium, sowie einigen historisch bedeutenden Orten. Und der Blick über die Bucht von Wellington ist auch nicht zu verachten.

Am Observatorium befindet sich eine Sonnenuhr – Sundial of Human Involvement. Hierbei wird, im Gegensatz zu den sonst oft zu findenden Sonnenuhren der Schatten nicht durch einen fest installierten Stab in der Mitte produziert, sondern durch einen Menschen, der sich auf der Bodenplatte in der Mitte der Sonnenuhr auf das Tagesdatum stellt und dann mit den Händen über dem Kopf den benötigten Schatten erzeugt.

Nach einer Stärkung im Restaurant sind wir noch ins Cable Car Museum gegangen, wo man interessante Einblicke in die Entstehung sowie die Technik der Züge erhält, und auch ältere Wagen ansehen kann, die liebevoll restauriert wurden.

Unser weiterer Weg führte uns dann zum Wasser, an der ausgebauten Flaniermeile entlang, vorbei an den Denkmälern bzw. Plaketten zur Erinnerung an eine Gruppe von polnischen Kindern, die während des zweiten Weltkriegs von Neuseeland aufgenommen wurden, sowie zum Gedenken an Maori, die mit ihren Kanus auf den Gewässern des Landes unterwegs waren.

Dann haben wir noch einen kurzen Besuch im neuseeländischen Nationalmuseum – Te Papa Tongarewa – absolviert, bevor wir am Civic Square noch das Denkmal zum Gewinn der Rugby Weltmeisterschaft durch die All Blacks besucht. Wobei – eigentlich hätte man eher ein Denkmal für die Black Ferns – der Damen-Rugby-Nationalmannschaft – errichten müssen. Diese hat nämlich die Weltmeisterschaft sechs Mal gewonnen: 1998, 2002, 2006, 2010, 2017 und 2021. Die All Blacks bislang dreimal – 1987, 2011 und 2015.

Damit war dann unser – leider – einziger Tag in Wellington auch bereits beendet.

Am zweiten Tag ging es für uns dann auf zu einem weiteren Abenteuer. Eines, bei dem sich bei mir ein nicht unerhebliches Unbehagen im Kopf hielt – selbst wenn ich es war, der es vorgeschlagen hatte. So langsam bekam ich jedoch ein bisschen Angst vor meiner eigenen Courage….




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