In der freien Natur galten sie zeitweilig als ausgestorben. Hier werden sie aufgezogen: Kiwis.

Und, ja, natürlich spreche ich von den Vögeln – nicht dem Obst. Wobei es da durchaus eine Verbindung gibt, aber dazu am Ende mehr 😉

Wenn man nun schon halb um die Welt gereist ist und sich in Neuseeland aufhält, dann kann man das Land nicht verlassen, ohne Kiwis gesehen zu haben. In der freien Natur ist dies jedoch nicht wirklich einfach, da sie primär nachtaktiv sind. Und auf der Nordinsel zudem nicht wirklich einfach zu finden. Das soll zwar auf der Südinsel etwas einfacher sein, aber wenn ich so über unsere Route dort nachdenke, dann werden wir nicht an zu vielen Stellen vorbei kommen, die so wirken als wenn wir dort Kiwis sehen würden.

Und dann haben wir mit einer Internetsuche „The National Kiwi Hatchery“ gefunden – ein Ort, der sich gut auf unserer Route von Matamata nach Taupō einplanen ließ. Die direkte Route wollten wir eh nicht nehmen, sondern über Tauranga und Rotorua fahren. Und genau bei Rotorua war nun auch unser Ziel.

Auf dem Weg zunächst nach Tauranga sind wir durch einige recht bergige Strecken durchgefahren, um dann auf dem Weg nach Tauranga hinein in ziemlich dichten Verkehr zu geraten. Hintergrund war eine Flugshow, die am hiesigen Flughafen stattfand. Hätten wir zwar auch ganz gerne besucht, aber da war kein durchkommen.

Nachdem wir noch versucht hatten, etwas ans Wasser zu kommen – aber auch dort keinen sinnvollen Parkplatz gefunden haben – sind wir dann doch direkt weiter in Richtung Rotorua gefahren.

Nachdem wir zunächst die richtige Abzweigung verpasst hatten, haben wir die Kiwi Hatchery dann doch noch rechtzeitig gefunden. Sie ist Teil des „Agrodome“ – einer Einrichtung, in der Kindern die Funktion von Farmen in Neuseeland erklärt werden, auf spielerische Art.

Wir waren dann auch früh genug dort, dass wir vor unserer Tour (wieder einmal mit einer Buchung mit Zeitfenster) noch ein bisschen was essen konnten.

Für die Tour wurden wir zunächst mit einem Minibus zur eigentlichen Aufzuchtstation gefahren, wo wir zunächst durch einen Ausstellungsraum geführt wurden. Dort wurde uns über das Leben der Kiwis sowie die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, erzählt.

Danach ging es dann weiter in die eigentliche Aufzuchtstation. Da Kiwis nachtaktiv sind, ist es in der eigentlichen Station dunkel – dort sind in zwei Gehegen Wälder „nachgebaut“ worden, in denen Kiwis zuhause sind, damit sie sich dort wohl fühlen. Sie wühlen im Boden herum, suchen nach Nahrung – und irgendwo finden sie dann auch ihre Schlafplätze. Doch wir hatten Glück – ein paar der Vögel waren tatsächlich wach, wir konnten sie hinter den Glasscheiben beobachten.

Fotografieren war jedoch – absolut nachvollziehbar – komplett untersagt. Die meisten Menschen schaffen es ja leider auch weiterhin nicht, bei ihren Telefonen oder Kompaktkameras die Blitze zu deaktivieren – und diese würden die Tiere erheblich erschrecken und einschüchtern.

Danach ging es noch in die „pränatale Station“ weiter, wo Kiwi-Eier, die z.B. von Menschen im Wald gefunden wurden und hierher eingeliefert wurden, untersucht, gepflegt, gehegt und in den perfekten Bedingungen zur Ausbrütung gehalten werden.

An der Stelle wurde unsere Tourleiterin dann auch gefragt, ob sich die Tiere eigentlich an die Menschen, die sie aufgezogen hätten, gewöhnen würden.

Die Antwort war: Nein. Sie hassen uns, können uns nicht ausstehen. Und das ist gut so, denn irgendwann wollen wir sie auch auswildern, was jedoch nicht geht, wenn sie sich die ganze Zeit zum Personal der Aufzuchtstation sehnen.

Und auch wenn sie das mit einem Grinsen im Gesicht sagte – es war durchaus ernst gemeint, und schlussendlich ist es für die Vögel das Beste.

Danach ging es wieder per Minibus zurück zum Startpunkt, von wo aus wir dann weiter nach Rotorua gefahren sind.

Und jetzt, wie oben versprochen, noch die Erklärung, was die Kiwis – also die hier aufgezogenen Vögel – mit den Kiwis, dem Obst zu tun haben.

Eigentlich sind Kiwis in Wirklichkeit die „Chinesische Stachelbeere“, die sich jedoch in Neuseeland auch sehr gut anpflanzen ließ. Nur wollte man seinerzeit eine in Neuseeland wachsende Frucht nicht unter dem Namen „Chinesische Stachelbeere“ vermarkten – und daher hat man sich auf die Suche nach einem anderen Namen gemacht.

Und da der Kiwi – also jetzt wieder der Vogel – auch bräunlich und rundlich ist, genau wie die Kiwi, das Obst, hat man sich gedacht: passt doch 😁

Und so wurde die in Neuseeland wachsende Chinesische Stachelbeere zur Kiwi.




Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert