Diese beiden Begriffe sind für die Osterinsel wichtig, denn sie gehören zum kulturellen Erbe dazu.
Orongo ist das einzige rein für zeremonielle Zwecke erbaute Dorf – es hat eine gewichtige Rolle bei der Beendigung des Bürgerkrieges gespielt.
Tangata Manu wiederum ist der Name des Vogelmann-Kultes, auch dieser hat bei der Beendigung des Bürgerkrieges eine, vielleicht auch die wichtigste, Rolle gespielt.
Nachdem auf der Osterinsel die Ressourcen knapp geworden waren, sich die verschiedenen Stämme auch untereinander nicht mehr helfen konnten, brachen nach und nach Konflikte aus, die schlussendlich in einem Bürgerkrieg mündeten.
Und genau wie in allen anderen Kriegen – irgendwann fiel jemandem auf, dass Krieg eben doch meist keine sinnvolle Lösung ist. Man steht vielleicht irgendwann als Gewinner da – hat jedoch alles zerstört und somit dann doch nichts gewonnen.
Auch wenn es etwas gedauert hat, auf der Osterinsel reifte die Einsicht, dass es eine andere Lösung geben musste. Und diese fand sich in der Form des Vogelmann-Kultes.
Anbei bemerkt: das ist jetzt sicherlich eine stark vereinfachte und verkürzte Darstellung der Abläufe. Ich gebe hier im Wesentlichen eine Zusammenfassung von dem wieder, was unser Guide hierzu erklärt hat.
Der Vogelmann-Kult beruhte darauf, dass jedes Jahr ungefähr zur gleichen Zeit die Rußseeschwalbe auf der vorgelagerten Insel Motu Nui nisteten. Die Aufgabe der Teilnehmer am dazugehörigen Wettbewerb war es, die Strecke von circa 1.4 Kilometern durch den Pazifik bis zur Insel Motu Nui zu schwimmen und dort dann auszuharren, bis die Vögel ihre ersten Eier gelegt hatten.
Gewinner war der Teilnehmer, der als Erster eines dieser Eier ergattert hatte und damit die 1,4 Kilometer zurück zur Osterinsel geschwommen war und wieder im Dorf Orongo angekommen ist.
Der Stamm, dem dieser Teilnehmer angehörte, hat dann für das folgende Jahr die Entscheidungsgewalt über die Insel gehabt. Also quasi eine andere Form von jährlichen Neuwahlen.
Von Orongo aus sieht die Distanz bis Motu Nui eigentlich recht harmlos aus, das täuscht jedoch. Zunächst mussten die Teilnehmer nämlich ungefähr 250 Meter am Berg hinabklettern, um dort dann in den Pazifik zu springen und los zu schwimmen. Auf dem Rückweg mussten sie, nachdem sie auch wieder geschwommen waren, die 250 Meter natürlich auch wieder hoch klettern.
Das Dorf als solches besteht aus zahlreichen – inzwischen rekonstruierten – Häusern. Dabei hatte jeder Stamm eine eigene Unterkunft.







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