Ganz ehrlich – Napier war für uns nur ein Stopp auf dem Weg nach Süden. Wir hatten uns nichts dabei gedacht, außer, dass die Lage der Stadt an der Pazifikküste als solches durchaus ganz schön wirkte. Das wars aber auch schon.
Und dann sind wir dort angekommen.
Kurz vor Napier sind wir noch durch eine kleine Weinanbau-Region gefahren – gehalten haben wir jedoch nicht, da wir auf unserer Route in ein paar Tagen ja noch in Blenheim – und damit der primären Weinregion Neuseelands – sein werden.
Von dort aus ging es dann an der Küste, unweit vom Strand, entfernt weiter in den Ort hinein. Zunächst ging es an einer Marina vorbei, in der zahlreiche Yachten lagen – dann hinein in den Hafen. Dort war ganz klar zu erkennen, dass hier in den letzten Jahren ein Revitalisierungsprojekt gelaufen ist (bzw. weiterhin läuft). Einigen Hallen war einerseits das Alter anzusehen – jedoch auch, dass sie durch aktuelle Nutzung modernisiert und aufgearbeitet worden sind. Das Ganze machte schon den Eindruck eines Ausgehviertels.





Nachdem wir unser Hotel gefunden und eingecheckt hatten, sind wir erst einmal im Restaurant nebenan gelandet, um ein bisschen was zu essen. Danach sind wir auf unseren ersten Rundgang gestartet.

Zunächst am Wasser entlang in Richtung Container-/Kreuzfahrthafen, vorbei an den ersten Wandbildern, wo dann, etwas versteckt hinter Containern, auch tatsächlich ein Kreuzfahrtschiff lag. Wir waren uns im ersten Moment nicht ganz sicher, ob es zu Wartungszwecken oder aus anderen Gründen dort „abgestellt“ worden war – etwa einen halben Kilometer später kamen uns dann jedoch die Busse mit den Passagieren entgegen, deren Landgang sich wohl dem Ende zuneigte.





Nach dem Hafen ging es für uns weiter am Wasser entlang nach Süden, wo wir dann auf einen Pier und erste Skulpturen stießen.


Und Art Deco Architektur. Reichlich.







Ein Banner enthüllte dann auch das Geheimnis dahinter – Napier nennt sich „The Art Deco Capital of the World“.
Dazu dann noch ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Ortes: 1854 gegründet und, wie so viele Ortschaften unter Einfluss der britischen Kolonialisierung, nach einem britischen General benannt: Charles James Napier.
Eigentlich entwickelte sich der Ort ganz gut – bis dann am 3. Februar 1931 ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richter-Skala die Stadt samt der Nachbarstadt Hastings, in ein Trümmerfeld verwandelte. Das anschließende Großfeuer zerstörte dann praktisch alles, was noch in Ansätzen intakt war.



Nun waren die 1930er Jahre weltweit nicht gerade für positive Nachrichten bekannt – so auch in Neuseeland, welches sich in einer massiven Wirtschaftskrise befand. Um die Stadt dennoch wieder aufbauen zu können, wurde auf „preiswerte“ Arbeiter zurückgegriffen, sprich: Arbeitslose und Architekturstudenten. Der Stil – Art Deco – wurde gewählt, da dieser eine Zukunftsorientierung ausdrückte, die Menschen wurden aufgerufen, eine neue Epoche zu starten…
Zudem war daran ganz praktisch, dass es die dafür benötigten Pastellfarben erlaubten, die vorhandenen Farben mit Wasser zu strecken – für die recht einfachen, geometrischen Formen der Häuser konnten günstige Betonplatten verbaut werden, die mit entsprechend simplen Mitteln verziert werden konnten.









Damals waren Kosten die primären Treiber – das Ergebnis ist eine ausgesprochen schöne Stadt, welche heute Touristen anzieht.
Hätten wir es vorher gewusst, wären wir auf jeden Fall auch hierher gefahren… so war es dann ein glücklicher Zufall 🤣
Der eigentliche Stadtkern von Napier – insbesondere die Emerson Street zwischen der am Wasser entlang verlaufenden Marine Parade und dem Clive Square – ist wirklich schön anzusehen, und dadurch, dass Autos hier nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, für Fußgänger auch ausgesprochen angenehm und sicher.












In einigen der Seiten- und Parallelstraßen finden sich weitere Art Deco Gebäude sowie auch zahlreiche Wandbilder, die von verschiedenen Künstlern angefertigt wurden.










Abschließend gibts dann noch auf dem schon erwähnten Clive Square ein Glockenspiel.


Um die Mittagszeit spielt es im Halbstundentakt für ein paar Minuten Musik. Das Ganze sieht so aus – bzw. hört sich so an:

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