Als wir das National Museum of Australia verließen war in Canberra die Sintflut ausgebrochen – Regen konnte man das einfach nicht mehr nennen. Und, wie im vorherigen Bericht schon geschildert: unsere Regenschirme waren im Auto. Das stand jedoch ein paar hundert Meter vom Eingang des Museums entfernt auf dem Parkplatz.
Also haben wir im Museums-Shop einen Regenschirm gekauft, mit dem ich mich auf den Weg zum Auto gemacht habe. Ein bisschen geholfen hat er, mein Kopf und Oberkörper blieben trocken. Auf den Wegen bzw. der Straße hatte sich teilweise jedoch auch schon mehrere Zentimeter tiefes Wasser angesammelt, und das auf einer Breite, dass ich durch die eine oder andere Pfütze ganz einfach durch musste. Erfreulicherweise hielten meine Schuhe genügend Wasser ab. Das Wasser, was doch hinein gekommen war, war dann nach vielleicht einer Stunde wieder getrocknet.
Mit dem Mietwagen habe ich dann – fast im Schritttempo, denn selbst mit Scheibenwischern auf Höchstgeschwindigkeit war es teilweise schwierig, die Straße zu erkennen – Sabrina vom Eingang des Museums abgeholt. Von dort sind wir dann erst einmal zum Flughafen von Canberra zurückgefahren, nicht, weil wir von dort aus nach Sydney fliegen würden, sondern weil dort nun einmal die Mietwagenstation war. Vom Flughafen aus haben wir uns dann per Taxi zum Bahnhof bringen lassen.

Der Bahnhof in Canberra hat den Charme eines Verwaltungsgebäudes, mit einem nicht wirklich großen Wartezimmer mit genau zwei Verkaufsautomaten: einen für Chips, Schokoriegel und ähnlich gesunde Sachen, einen weiteren für diverse Getränke aus dem Hause Coca Cola. Immerhin – auch Wasser gab es dort drin.
Da unsere Koffer etwas zu schwer waren, konnten wir sie nicht einchecken: wie bei Flugzeugen (oder z.B. auch bei Amtrak in den USA) hätten wir unsere Koffer hier abgeben und im Gepäckabteil mitreisen lassen können. Am Zielbahnhof hätten wir sie dann an der Gepäckausgabe zurückbekommen. Das ist jedoch nur möglich, wenn die Koffer maximal 20 Kilo – und kein Gramm drüber – wiegen. Unsere waren eher so bei 23 Kilo. Also haben wir sie einfach an Bord verstaut, was auch kein Problem war.
Wie in den meisten Ländern – außer dem Chaos-System in Deutschland, Österreich und der Schweiz – kommt man in Australien nur durch eine Zugangskontrolle zum Zug. Ohne Ticket bzw. Reservierung für den Zug: kein Zutritt. Damit lief das gesamte Boarding deutlich gesitteter ab als das in Deutschland der Fall ist. Und das, wo Zugfahren in Australien definitiv nicht die Norm sondern eher eine exotische Art des Reisens ist. Hier fährt man entweder mit dem eigenen Auto, nimmt den Fernbus – oder fliegt.
Wir hatten es uns jedoch auch als Ziel vorgenommen, überall dort, wo es sinnvoll möglich ist, einmal mit dem Zug zu fahren.



Unsere Fahrt ist dann fast pünktlich losgegangen. Bereits kurz nach unserer Abfahrt sahen wir auf den Gleisen neben unserem Zug die ersten Kängurus – über die Fahrtzeit von gut 4 Stunden waren es noch etliche weitere. Zumindest bis es irgendwann zu dunkel wurde. Im Zug gehörte auch ein Essen zum Programm, es gab auch eine vegetarische Option. Sagen wir mal… es war essbar. Nicht großartig, aber essbar.
Ein paar Mal hielt der Zug auf der Strecke an, ab und zu fuhr er ziemlich langsam – schlussendlich waren wir etwa eine halbe Stunde später in Sydney als geplant.
Vom Bahnhof haben wir uns dann noch zu unserem Hotel in der Nähe des Flughafens bringen lassen – denn morgen gehts mit dem ersten Flug von Sydney nach Auckland weiter.

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