Hyde Park & St. Mary’s Cathedral

Der letzte Tag des Jahres.

Honolulu zu Weihnachten war ja schon irgendwie interessant, selbst unter der Prämisse, dass ich nicht so der Weihnachts-Fan bin. Sydney zum Jahreswechsel ist jedoch ganz klar etwas, auf das wir beide gespannt waren.

Dabei wäre es zunächst fast anders gekommen.

Unsere erste Planung war nämlich, der geographisch „logischeren“ Reihenfolge entsprechend von Honolulu aus nach Neuseeland zu fliegen. Dann wären wir jetzt in Auckland, statt in Sydney. Und auch wenn ich davon ausgehe, dass auch das klasse geworden wäre, Silvester in Sydney ist irgendwie doch legendär.

Den Tag wollten wir natürlich auch noch sinnvoll verbringen. Wie wir schon vor ein paar Tagen bemerkt hatten läuft aktuell im Australian Museum eine Machu Picchu Ausstellung. Nachdem wir ja kürzlich noch das Original gesehen haben, wollten wir nun mal sehen, was in einer Ausstellung darüber gezeigt wird.

Schlussendlich war die Ausstellung nicht schlecht, wobei die Stadt Machu Picchu selbst irgendwie nur eine untergeordnete Rolle spielte. Die Ausstellung hat sich wesentlich mehr auf Kunstwerke und Schmuckstücke konzentriert, die dort entdeckt wurden – einen richtigen Eindruck der Stadt vermittelte sie jedoch nicht.

Insofern: gute Basis, jedoch sehr stark ausbaufähig.

Nach dem Museum sind wir durch den Hyde Park gelaufen, vorbei am Anzac Memorial. Wie schon in einem früheren Artikel erwähnt ist es ein Denkmal für die Mitglieder des „Australian and New Zealand Army Corps“ – abgekürzt ANZAC. Das im Art Deco Stil erbaute Denkmal wurde 1934 enthüllt.

Am anderen Ende des Parks befindet sich die Archibald Memorial Fountain – welche auf Wunsch von J. F. Archibald, dem Eigentümer des Magazins „The Bulletin“ aus seinem Nachlass finanziert, von einem französischen Künstler entworfen wurde. Der Künstler selbst hat den fertigen Brunnen, der 1932 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, in Sydney nie gesehen.

Vom Park aus haben wir auch noch einen Abstecher zur St. Mary’s Cathedral gemacht. Die ursprüngliche Kathedrale ist 1865 bei einem Brand zerstört worden, der Bau der heute hier stehenden Kathedrale begann mit der Grundsteinlegung im Jahr 1868. Das, was danach passierte, lässt dann jedoch den Berliner Flughafen fast schon wie ein Express-Bauprojekt erscheinen.

Denn der eigentliche Bau startete erst 1913, also 45 Jahre später, die Krypta wurde 1961 fertiggestellt, 93 Jahre nach der Grundsteinlegung. Die im ursprünglichen Plan vorgesehenen Türme wurden sogar erst im Jahr 2000 vervollständigt – 132 Jahre nach dem Grundstein.

Dafür finden sich in der Kathedrale wunderschöne Bleiglasfenster, einige davon habe ich hier auch in Fotos abgebildet.

Im Hyde Park haben wir auf dem Weg zurück zum Hotel noch ein weiteres Denkmal gesehen. Sein Name ist „Yininmadyemi – Thou didst let fall“.

Das Denkmal, von einem Künstler entworfen, der zu den Ureinwohnern Australiens gehört, würdigt die Frauen und Männer der Ureinwohner sowie der Torres Strait Islanders, die im Militär Australiens gedient haben und in fast allen Einsätzen seit dem frühen 20. Jahrhundert beteiligt waren. Dabei wurde ihre Teilnahme oftmals nirgends erwähnt – und sie selbst waren vielfach aus rassistischen Motiven heraus im Einsatz benachteiligt.

Der Künstler selbst hat hierzu auch eine persönliche Verbindung, da sein Großvater im zweiten Weltkrieg in Gefangenschaft geriet. Nachdem er, zusammen mit 6 weiteren Soldaten fliehen konnte, wurden sie nach einiger Zeit von für das nationalsozialistische Deutschland kämpfenden Soldaten in Italien wieder gefangen genommen. Diese haben drei Soldaten aus der Gruppe direkt erschossen – es waren die Drei, die zu den Ureinwohnern Australiens gehörten. Die „weißen“ Australier wurden dagegen wieder zurück in Gefangenschaft genommen.

Von den sieben hier gezeigten übergroßen Gewehrkugeln liegen daher 3 auf dem Boden – symbolisch für die drei getöteten Soldaten.




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