Eine Radtour durch São Paulo

Nachdem uns Sao Paulo am Sonntag ja schon sehr freundlich empfangen hatte, wollten wir am darauffolgenden Montag etwas mehr der Stadt sehen.

Also haben wir uns über eines der bekannten Portale eine Radtour durch Sao Paulo rausgesucht – es wurde die Tour mit dem Namen „Sao Paulo: Die coolsten Stadtszenen Fahrradtour“.

Treffpunkt war ein Hostel/Co-Working-Space in Vila Madalena, einem der Szene-Viertel von Sao Paulo.

Von dort aus ging es durch die BecoNego, eine Gasse, die zur Erinnerung an einen im Jahr 2020 durch einen Militärpolizisten erschossenen bildenden Künstler namens Wellington Copido Benfati, auch NegoVila Madalena genannt, mit Graffitis umgestaltet wurde.

Weiter ging es dann durch ein ehemaliges Diplomaten- und Botschaftsviertel in Richtung Monumento às Bandeiras, einem zur Erinnerung an die Expeditionstrupps errichteten Denkmal. Diese Trupps bestanden damals aus Afrikanischen und Indigenen Sklaven, die die aus Portugal stammenden Siedler unterstützen mussten.

Das nächste Ziel war der Parque do Ibirapuera, oft auch als die Lunge São Paulos bezeichnet. Der Park ist ca. 2qm groß, die Gebäude im Park wurden von Architekten wie Oscar Niemeyer, Joaquim Cardozo und Carlos Lemos entworfen.

Danach ging es wieder zurück in Richtung Vila Madalena, jedoch nicht, ohne einen Stopp in der Beco de Batman eingelegt zu haben. In dieser Gasse sind auch zahlreiche Graffitis zu sehen,

Laut Aussage unseres Tourführers werden die Künstler hier durch Warner Brothers gesponsored – ob das wirklich so ist, weiß ich zwar nicht, aber offenbar hat man dort zumindest kein Problem mit den Graffitis. Beeindruckend sind sie allemal.

Einen Trick haben die Künstler hier noch – begonnen mit einem Protest vor ein paar Jahren – angewendet: irgendwann fiel dem Staat ein, dass man für die Einnahmen durch die Graffitis Steuern haben wollte. Kurz darauf waren alle Wände schwarz, die Graffitis übermalt. Bald darauf waren die Graffitis wieder da, nur dieses Mal größtenteils ohne die Namen der Künstler, insofern konnte nicht festgestellt werden, wer nun eigentlich Steuern zahlen müsse.

Kurz darauf war die Radtour nach einer Strecke von ca. 15km durch, wir sind dann zurück zur Metro gegangen. Auf dem Weg dorthin hatten wir von einer Brücke aus noch einen schönen Blick auf die Stadt, die man wirklich nur als ein nahezu unendliches Meer an Hochhäusern bezeichnen kann… mit unerwartet viel Grün zwischendrin.




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