Drei Reisetage, Drei Flüge, Vier Flughäfen

Drei Tage – Drei Flüge.

War eigentlich gar nicht so geplant… eher als zwei Tage und zwei Flüge. Aber irgendwie hatten wir den Flug von Cusco zurück nach Lima übersehen bzw. scheinbar gefühlt um einen Tag nach vorne verlegt.

So sind wir nun zunächst am 25. Oktober von Cusco nach Lima geflogen (12:35 Uhr bis 14:05 Uhr), waren um ungefähr 15:30 Uhr dann im Hotel, sind noch eine kleine Runde gegangen bevor wir uns dann mit der gesamten Reisegruppe zu einem letzten gemeinsamen Abendessen getroffen haben.

Das Punto Azul (http://puntoazulrestaurante.com) kann man wirklich empfehlen. Kann nur schwierig sein, dort einen Tisch zu bekommen, wenn man ihn nicht vorab reserviert…

Am nächsten Morgen (also am 26. Oktober) wurden wir dann um 8 Uhr von unserem Transferfahrer abgeholt, etwa 30-40 Minuten später waren wir am Flughafen. Dort ging, wie nicht anders zu erwarten war, alles einigermaßen chaotisch zu. Allerdings konnten wir den ganz langen Schlagen erfreulicherweise entgehen, da wir in der Premium Economy gebucht waren und somit einen separaten Check-In Bereich nutzen konnten.

Die Sicherheitskontrolle und Ausreise gingen dann sehr schnell – da sprechen wir jetzt wirklich nur von ein paar Minuten. Ist auch angenehm, mal wieder nicht das gesamte Handgepäck auseinander nehmen zu müssen…

Nachdem wir dann einige Zeit in der Lounge (auch so eine schöne Sache bei LATAM – mit Premium Economy Tickets darf man auch in die Lounge) gewartet hatten und die Boarding-Zeit erreicht war, sind wir zum Gate gegangen.

Chaos.

Chaos pur.

Keine nennenswerten Infos, unklare Schlangen, die sich schon formiert hatten, nichts tat sich.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, die in der Realität wahrscheinlich kaum länger als 5-10 Minuten war, wurde eine Durchsage gemacht. Auf Spanisch. Nur. Viele genervte Gesichter, einige entfernen sich vom Gate. Wir? Ratlos.

Ein anderer Passagier in der Nähe (englischsprachig) hatte sich schon eine der Mitarbeiterinnen vom Gate-Bereich geschnappt und versuchte, aus ihr Infos herauszubekommen. Mit Übersetzungsapp ging das einigermaßen…

Bei der Landung war wohl einer der Reifen der Maschine beschädigt worden – und der müsse nun getauscht werden. Dauer circa eine Stunde.

Zurück zur Lounge? Haben uns dagegen entschieden und einfach im Gate-Bereich einen Platz gefunden. Sollte die Reparatur früher fertig werden wollten wir das Boarding nicht verpassen.

Ist natürlich nicht passiert. Also – beides. Die Reparatur war nicht früher fertig und wir haben das, etwas über eine Stunde später als geplant, beginnende Boarding auch nicht verpasst.

Nach guter, inzwischen bekannter, Manier wurden also mal wieder die Bordkarten kontrolliert, wir durften durch, und dann durften wir wieder mit vielen anderen Reisenden zusammen am Gate-Eingang nochmals warten, weil noch niemand ins Flugzeug durfte.

Die Logik dieses Vorgehens entgeht mir vollständig – aber, ok, ich arbeite auch nicht für die LATAM.

Statt um 11:55 Uhr ging es dann um 13:15 Uhr wirklich los. Lima hat sich wieder von seiner grauen Seite gezeigt, sobald wir durch die Wolken hindurch waren blieb es unter uns zunächst einige Zeit weiß… durchgehende Wolkendecke.

Als die Wolkendecke dann weg war – und wir langsam die Pazifikküste Chiles sehen konnten, wurde das Panorama richtig schön. Berge, so weit das Auge sehen konnte, einige schneebedeckt, andere felsig, weitere begrünt.

Irgendwann begann dann der Anflug auf Santiago de Chile, wo wir mit weniger als einer Stunde Verspätung angekommen sind.

Nach der sehr schnellen – und wieder einmal sehr freundlichen – Einreise hatten wir nur wenige Meter bis zum Hotel zurückzulegen. Für eine Nacht waren wir nun im Holiday Inn am Flughafen gebucht, welches sich genau zwischen dem Terminal befindet, wo wir aus Lima kommend angekommen waren, und dem, wo wir am nächsten Morgen abfliegen würden.

Nach einer eher unruhigen Nacht sind wir dann am Morgen des 27. Oktober ins Inlandsterminal gegangen. Und mussten, nach dem ersten Check-In-Versuch, erst einmal unser Gepäck etwas umbauen. Die LATAM lässt einen mit bis zu 24,4kg im Koffer einchecken. Wir hatten 24,8kg und – kein Witz – 24,5kg.

War schnell erledigt, die Koffer, mit zusätzlicher Unterstützung vom Check-In-Support, dann auch auf dem Weg.

Weiter ging es durch einen separaten Durchgang, denn unser Zielort unterliegt besonderen Anforderungen… man muss sich vorab angemeldet haben und – was wohl eher ein bisschen Pro-Forma zu sehen ist – eine Genehmigung erhalten haben. Die Genehmigung hatten wir seinerzeit binnen weniger Sekunden im eMail-Posteingang.

Auch am Gate wurden die Passagiere, die auf den Flug warteten, mehrfach darauf hingewiesen, dass man die bei der Kontrolle ausgedruckte Bestätigung unbedingt dabei haben müsse, ansonsten würde man nicht an Bord gelassen. 5 oder 6 Mal sind die Mitarbeitenden durch die Reihen durchgelaufen.

Und, natürlich, mussten – kurz vor Knapp – dann doch nochmals Leute zurück zur Kontrolle, weil sie den falschen Eingang benutzt hatten und die zahlreichen Aufrufe, Informationen und Erinnerungen ignoriert hatten.

Dann durften wir endlich ins Flugzeug.

Und jetzt kommt eine vielleicht unpopuläre Meinung…

Der Boeing B787 „Dreamliner“ ist für mich so ziemlich das umkomfortabelste Langstreckenflugzeug, welches ich kenne. In der Economy Class mit einer 3-3-3 Bestuhlung sind die Sitze schmaler als die in einem Airbus A320 auf der Kurz- oder Mittelstrecke.

Die, die mich kennen, wissen, dass ich zumindest seit Ende 2020 mit der Sitzbreite eher keine Probleme mehr habe – es war dennoch einfach nur eng. Und dann kam hinzu, dass die Klimaanlage scheinbar so eingestellt war, dass man im Flugzeug einen guten Eindruck vom Wind außerhalb der Kabine bekommen sollte.

Ich fliege wirklich gerne. Die B787 versuche ich zu vermeiden – zumindest solange ich nicht weiter „vorne“ sitzen kann. Wir waren schon in der LATAM+ genannten Pseudo-Premium-Economy. Hier gab es mehr Sitzabstand. Sicher auch hilfreich. Mehr gab es nicht. Bei sonstigen Premium Economy Klassen bekommt man mindestens einen Sitz pro Reihe weniger, damit man sich nicht ganz so eingepfercht fühlt – scheint LATAM aber nicht für nötig zu betrachten.

Und, ja: der Name „Dreamliner“ für diese Maschine ist einfach absurd. Das war ein dämlicher Marketing-Gag seinerzeit, der seit Jahren abgenudelt ist. An diesem Flugzeugtyp ist – zumindest für Passagiere in der Economy Class – außer den großen Fenstern (hilft nur nix, wenn man nicht am Fenster sitzt) nichts traumhaftes zu finden.

Ok, genug über den Flugzeugtyp.

Ungefähr 5½ Stunden nach unserem Start aus Santiago waren wir am Ziel… am Flughafen Mataveri, in der Stadt Hanga Roa.

Auf der Osterinsel. Auch Isla Pascua genannt.

Oder auch: Rapa Nui.




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