So langsam wurde es auch mal Zeit, die eigentliche Stadt etwas mehr zu erkunden – also folgte ein Spaziergang, wie so oft bei uns.
Von unserem Hotel aus sind wir zunächst in Richtung Innenstadt gegangen, über die Colombo Street, an der Town Hall vorbei, über den Avon River hinweg, um dann in die New Regent Street einzubiegen. der Name klingt zwar ein bisschen pompös – in Wirklichkeit ist es eine kleine, gemütliche Gasse, in der sich rechts und links kleine Restaurants oder Geschäfte befinden. Die Häuser haben hier noch den Charme des frühen 20. Jahrhunderts, was in Christchurch nicht mehr oft zu finden ist. Außerdem wird die New Regent Street nur durch ein einziges Verkehrsmittel befahren: der Christchurch Tram.



Am Ende der Straße befindet sich auch deren Start- und Endpunkt. Denn die Bahnlinie ist heutzutage mehr eine Touristenattraktion als ein wirkliches öffentliches Verkehrsmitte. Insofern wundert es wohl auch nicht, dass es hier auch einen zum „Tramway Restaurant“ umgebauten Wagen gibt. Dafür haben wir uns dann für morgen auch gleich Tickets gebucht, die Stadt auf einer Tram-Fahrt bei einem gemütlichen Abendessen zu sehen klingt nach einer schönen Idee für unseren vorletzten Tag in Neuseeland.



Außerdem haben wir uns auch gleich Fahrkarten für die Tram gekauft, um die Stadt eben auch auf diesem Wege zu sehen.
Während wir dabei waren, die Karten zu kaufen, sind zwischenzeitlich einige der historischen Züge vorbeigefahren. Wohlgemerkt – es sind historische, restaurierte Züge – keine Nachbauten.
Zurück auf der New Regent Street haben wir uns dann erst einmal bei einem libanesischen Restaurant etwas zum Essen bestellt, währenddessen kam auch die „City Tour“-Tram vorbei.

Weiter ging es für uns durch den Park am Victoria Square, vorbei an der 1972 installierten und während der Erdbeben von 2010/2011 schwer beschädigten Ferrier Fountain, sowie über die historische Brücke, die heute als Hamish Hay Bridge oder Victoria Street Bridge bekannt ist. Seit sie – bzw. ihre Vorgängerbrücken – 1850 erbaut wurde, war sie auch schon unter den Namen Victoria Bridge, Papanui Bridge und Market Place Bridge bekannt.



Weiter ging es zum Cathedral Square – der Standort, wenig überraschend bei dem Namen – der Kathedrale von Christchurch. Heute muss man wohl eher sagen, dass es der Standort dessen ist, was von der Kathedrale nach den Erdbeben übrig geblieben ist. Man erkennt sie schon noch, betreten kann man sie nicht, und es wird wohl auch noch Jahre dauern, bis sie wieder zur Kathedrale geweiht werden wird. Die Arbeiten sind im Gange – das Stahlgerüst, welches das Gebäude aufrecht hält, spricht jedoch auch eine sehr klare Sprache.









Auf dem langsam beginnenden Rückweg zum Hotel sind wir dann noch an der direkt am Avon River gelegenen Edmonds Band Rotunda vorbei gegangen.
Von dort fiel uns ein gegenüberliegendes Rasenstück auf – so nah an der Innenstadt, von Häusern umgeben. Irgendwie wirkte es so, als wenn hier vielleicht mal ein Haus gestanden hätte – auf dem Rasen lag jetzt ein Golden Retriever (glaube zumindest, dass es einer war) mit seinem Spielzeug, und sah (reine Interpretation von mir, bekanntermaßen einem nicht-Hundekenner) irgendwie traurig aus.




Die Fläche, die heute ein Ort der Erinnerung ist, war der Standort des „PGC Building“. Nur wenige Momente nach dem Erdbeben vom 22. Februar 2011 ist es in sich zusammengebrochen – dabei sind 18 Menschen gestorben.
Vielleicht sah der Hund tatsächlich traurig aus…
Eine Sache ist uns übrigens auch in Christchurch wieder aufgefallen: zahlreiche Wandbilder. Einige kunstvoll, einige anklagend, manche auf die Kultur und Geschichte der Maori aufmerksam machend, und auch das Eine oder Andere, welches den silbernen Farn – auch als Te Papa bekannt – Neuseelands zeigt.












Der Silberfarn wird seit den 1880er Jahren als Symbol der nationalen Identität Neuseelands akzeptiert. Für die Māori stand die elegante Form der Wedel für Stärke, hartnäckigen Widerstand und anhaltende Kraft. Für Pākehā – Neuseeländer mit europäischen Wurzeln – symbolisierte der Farn ihr Gefühl der Verbundenheit mit ihrer Heimat.



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