Nun waren wir also für drei Tage in Santiago de Chile – was lag also näher, als einen der drei Tage gar nicht in Santiago zu verbringen?
Ja, wäre sicher auch möglich gewesen, die Zeit in Santiago zu verbringen – allerdings hatte Sabrina auf dem Rückflug von der Osterinsel eine Dokumentation gesehen, in der Valparaiso vorgestellt wurde, also beschlossen wir, uns die Stadt auch mal anzusehen.
Zunächst haben wir überlegt, unseren zweiten Aufenthalt in Santiago nach Valparaiso zu verlegen; allerdings waren vernünftige Hotels dort schon ziemlich teuer, und der Transfer vom und zum Flughafen hätte uns nochmals zwischen €150 und €200 pro Richtung zurückgeworfen.
Mietwagen? Nein – ich bin ja schon in einigen Ecken der Welt Auto gefahren, aber irgendwie war mir hier jetzt nicht gerade danach.
Züge gibts nicht, Flüge auch nicht, die Distanz ist zu klein – und meines Wissens hat Valparaiso auch gar keinen Flughafen.
Was blieb also übrig? Busfahren. Nicht gerade unsere liebste Beförderungsart – für mich nur ganz knapp über Schifffahrten angesiedelt…
So oder so, wir haben also nach Verbindungen gesucht – und fanden welche, zum Beispiel bei: Flixbus.
War jetzt auch nicht unsere Erwartung gewesen, dass wir zum ersten Mal überhaupt an Bord eines Flixbusses ausgerechnet zwischen Santiago de Chile und Valparaiso fahren würden. Für die Hin- und Rückfahrt inklusive Sitzplatzreservierungen haben wir weniger als €16 bezahlt.
Die Fahrt als Solches war ungefähr so, wie wir sie uns vorgestellt hatten… soweit OK, aber wir waren froh, als wir angekommen waren.
Vom Busbahnhof aus sind wir zunächst ein bisschen ziellos quer durch den Markt gelaufen. Nebenbei bemerkt – so ziemlich jeder Reiseführer rät davon ab, als Tourist durch den Markt zu laufen. Unsicher haben wir uns zu keinem Zeitpunkt gefühlt.
Danach sind wir die Avenida Brasil an zahlreichen Unigebäuden vorbei entlang gegangen, bevor wir dann in die höher gelegenen Teile der Stadt emporgestiegen sind.
Eine Sache noch zu Valparaiso… die Stadt ist bunt. Und zwar wirklich bunt. Nicht nur die Häuser als Solches – in der gesamten Stadt finden sich Wandgemälde – dazu mehr nach den Bildern 😊







Valparaísos Wandgemälde – Teil 1
Wie ich ja schon erwähnt habe – Valparaiso ist bunt. Wirklich bunt.
Und dort, wo die Stadt mal nicht so sehr bunt war, wurde sie bemalt. Nicht einfach nur irgendwelche diahingeschmierte Farben, oder Graffitis: wirkliche Gemälde.
Einige einfacher, andere von bekannten Künstlern inspiriert. Manche eher von einem simplen Stil geprägt, andere geradezu fotorealistisch.
Praktisch alle davon sind beeindruckend.
In diesem 1. Teil der Wandgemälde zeige ich euch jetzt nur die, die im unteren Teil der Stadt zu finden waren. Die Gemälde aus dem oberen Teil folgen noch 😊














Maria Maria
Da wir recht früh aus Santiago gestartet waren, hatten wir dort keine Gelegenheit gehabt, zu frühstücken. Fairerweise sei dazu erwähnt, dass das Frühstück in unserem Hotel in Santiago jetzt auch eh nicht die wirkliche Offenbarung darstellte – es war also kein Verlust.
So langsam aber sicher kam jedoch ein gewisses Hungergefühl auf. In der schon erwähnten Dokumentation über Valparaiso war ein Cafe erwähnt worden, in dem man besonders gut frühstücken könne – Maria Maria.
Da wir eh gerade auch nicht mehr weit davon entfernt waren, haben wir die Route rausgesucht und sind direkt dorthin gegangen.
Es war eines der besten Frühstücke, die wir bis hierhin auf der Reise gegessen haben 😊






Der oberen Teil von Valparaiso
Valparaiso ist an und auf zahlreichen Hügeln gebaut, insofern gibt es einen Teil, der unten an der Küste bzw. am Hafen liegt, sowie einen Teil, der oberhalb liegt.
Der obere Teil ist – wenn man den im Internet zu findenden Hinweisen glauben kann – etwas sicherer als der untere Teil. Wie schon vorher erwähnt, unsicher haben wir uns auch im unteren Teil nicht gefühlt, ein bisschen „sicherer“ wirkte es oben allerdings schon. Da sprechen wir jedoch wirklich von Nuancen.
Und während „unten“ die Häuser noch einigermaßen grau waren, geht es hier oben jetzt wirklich farbenfroh zu.
Egal ob neu oder alt, privates Haus oder Geschäftshaus – bunt ist hier fast alles.
Was hier jedoch auch nochmals etwas deutlicher ist, ist der Kontrast zwischen vielleicht nicht arm und reich, sondern eher zwischen intakten und kaputten Häusern.
Mehrfach haben wir am Hang Häuser gesehen, die eigentlich nur noch aus einem Haufen Schutt bestanden, quer übereinander liegende Metall- oder Holzplatten.
Auch hier „oben“ findet sich der Dissidenten-Friedhof. Hier finden sich jedoch nicht, wovon ich ausgegangen war, die Gräber derer, die während der Diktatur in Chile umgebracht wurden – für viele dieser Menschen gibt es keine Gräber, sie sind bis heute teils spurlos verschwunden. Auf diesem Friedhof finden sich die Gräber von protestantischen Einwohnern, deren Religionszugehörigkeit verhinderte, dass sie auf den regulären Friedhöfen beerdigt werden durften. Denn dort durften ausschließlich nur Katholiken beerdigt werden, Angehörige der – damaligen – Staatsreligion.



















Valparaísos Wandgemälde – Teil 2
Auch im oberen Teil von Valparaiso finden sich sehr viele Wandgemälde. Auch hier finden sich ähnliche Bandbreiten wie schon im unteren Teil der Stadt, wobei ich den Eindruck hatte, dass hier die Bilder teils noch ein bisschen „fotorealistischer“ aussehen.

























Coca Cola Werbung?
Über den gesamten Tag hinweg fiel uns mehrfach Coca Cola Werbung auf. Nun ist Werbung als Solches ja nicht wirklich was ungewöhnliches.
Die Werbung, die man hier in Valparaiso zu sehen bekam, wirkte komplett aus der Zeit gefallen. Und mindestens in einem Fall auch aus dem Ort 😉
Die Werbung bestand aus Bildern, die ich spontan in die 50er oder 60er Jahre des letzten Jahrhunderts einordnen würde.
Und was die „aus dem Ort“ gefallene Werbung angeht – ich bin mir ziemlich sicher, das wird euch auf dem letzten Foto klar werden 😊





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