Nachdem die Sonne aufgegangen war ging es für uns ein paar Meter weiter, zum Eingang zum Ahu Tongariki Gelände.

Allerdings haben wir die Moais erst einmal links (eigentlich rechts) liegen lassen und haben uns den weiteren historischen Funden auf dem Gelände angesehen. Denn auch wenn die Moais natürlich die sichtbarste Sehenswürdigkeit hier sind, sind viele weitere Details im Kleinen zu finden.

Zunächst einmal einen separat stehenden Moai. Dieser Moai wird auch der „Reisende Moai“ genannt – „The Traveling Moai“: er hat bereits Japan „besucht“, für eine Ausstellung. Es war auch dieser Moai, der mit den Anfang der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und den Rapa Nui geschaffen hat.

Ein weiterer Moai liegt auf dem Gelände auf dem Rücken – das wiederum hat andere Gründe. Im Mai 1960 gab es in der Region ein Erdbeben, wodurch ein Tsunami ausgelöst wurde. Diese hat auf der Insel viel Zerstörung angerichtet. Unter Anderem wurden dadurch auch zahlreiche Moais ungeworfen, die noch standen. Wobei das nicht mehr so viele betraf, da die Rapa Nui selbst ja bereits viele Moai umgeworfen hatten.

In einigen Steinen, die am Boden liegen, finden sich zahlreiche Schnitzereien, die zum Teil auch auf den Vogelmann-Kult zurückgehen. Das deutet darauf hin, dass in dem ehemals hier existierenden Dorf zahlreiche Gewinner des Vogelmann-Wettbewerbs lebten. Ebenfalls finden sich hier Schnitzereien von Fischen, was vermuten lässt, dass im Dorf ebenfalls viele erfolgreiche Fischer gelebt haben. So sind zumindest die Vermutungen – genau weiß man es nicht, da es von den Ureinwohnern keine Aufzeichnungen dazu gibt.

Dann war es Zeit, auf die große Reihe von Moais zuzugehen.

Auch diese Moai waren 1960 vom Tsunami umgeworfen worden und lagen auf dem Geländer verstreut. Im Oktober 1992 wurden sie jedoch restauriert, nachdem die Regierungen von Chile und Japan dazu eine Einigung erreicht haben. Eine (positive) Konsequenz aus dem oben erwähnten Besucht Japans durch den „Traveling Moai“.

Die Reihe der Moai ist schon sehr beeindruckend, aus der Distanz wie auch aus der Nähe.

Wenn man hier um die Reihe herumgeht sieht man auch an diesen Skulpturen die Spuren der Renovierung. Wie schon in einem früheren Beitrag geschildert sind viele Moai beschädigt worden, als sie von den Rapa Nui umgeworfen wurden. Viele sind dabei am Hals zerbrochen, da dies die schmalste und zerbrechlichste Stelle ist. Die restaurierten Moai sind daran zu erkennen, dass sie am Hals Spuren von Zement aufweisen – was gelegentlich fast wie ein Halstuch aussieht.

Die Tatsache, dass die Moai wieder so aufgebaut werden konnten wie sie vorm Tsunami standen, ist übrigens einer Archäologin zu verdanken, die in der ersten Hälft des 20. Jahrhundert die Insel besuchte. Dabei hat sie zahlreiche Fotografien angefertigt, die das Gelände vor dem Tsunami zeigte.

Anhand dieser Fotografien wurde die Rekonstruktion durchgeführt.




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